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Was bleibt von Gott, wenn man den Wunsch abzieht?
Dieses Buch ist kein Gottesbeweis und keine Widerlegung. Es ist ein epistemisches Audit: eine systematische Prüfung der stillschweigenden Zusatzannahmen, die in klassischen Gottesfragen stecken - personal, lokal, intentional.
Dr. Ekkehard Finkeissen entwickelt den Ersetzungstest: Was trägt noch, wenn man „Gott" durch „das Ordnungsprinzip" ersetzt? 9 von 10 klassischen Fragen lösen sich dadurch auf. Übrig bleibt die Ursprungsfrage - und mit ihr die Grenze jeder Ontologie.
Das Buch trennt klar zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Orthodoxie und Orthopraxie, zwischen Genese und Geltung. Es nimmt den Wunsch nach einem personalen, gütigen Gott ernst, ohne ihn mit Wahrheit zu verwechseln. Gleichzeitig zeigt es, dass die Bewegung vom anthropomorphen Gottesbild zu einem geprüften, unpersönlichen Ordnungsprinzip keine Erfindung gegen die Religionen ist, sondern eine Reifungslinie, die innerhalb der großen Traditionen selbst seit Jahrhunderten existiert (Apophatik, Tillich, Advaita Vedanta).
Wer Trost, Gebet oder Gemeinschaft in einem personalen Gottesbild findet, wird hier nicht kritisiert. Kritisiert wird nur, wenn eine Berufung auf Gott Kritik unmöglich macht.
Ein Buch für Leser, die weder dogmatisch glauben noch billig widerlegen wollen - sondern prüfen.