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Erstmals als komplementäre Leitmedien untersucht, speicherten in vormodernen Agrargesellschaften Hausbücher und Kalender Wissen um Alltagspraktiken ("how-to") und durch Naturbeobachtung und Sterndeutung deren Einsatz ("when-to"). Franz M. Eybl öffnet Perspektiven auf ihre Medialität und Verwendung seit der Antike. Das 16. Jahrhundert adaptierte die "Scriptores rei rusticae" an zentraleuropäische Bedingungen von Landbau, Arbeits- und Familienethos, variantenreich dokumentiert bei Coler, Hohberg und Glorez.Der aus dem Dauerkalender entwickelte periodische Jahres- und Schreibkalender wurde zur protoindustriellen Massenware, deren Mix aus Information, Astrologie und Unterhaltung dem Verlagsort Nürnberg zur Marktdominanz verhalf. Genese, Funktion und Reichweite der Kalendergeschichte erschließen langlebige Historien vom Bratwurstmord oder vom behexten Knaben, der Tiere erbrach. Sie belegen, wie nach 1800 neues Interesse am Okkulten die voraufgeklärten Inhalte des Hausbuchwissens als Folklore missverstand.