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Totengespräche sind Dialoge, die im Jenseits geführt werden - von Toten mit Lebenden, mit übernatürlichen Wesen und mit anderen Toten. Die Germanistin Bernadette Malinowski und der Althistoriker Marian Nebelin erforschen die Ursprünge dieser literarischen Gattung in antiken Todesvorstellungen und in der Literatur seit Homer. Sie zeigen, wie der antike Autor Lukian mit seinen "Totengesprächen" die Gattung begründete, deren satirische Form in der modernen deutschen Literatur u.a. von Christoph Martin Wieland, Bertolt Brecht, Arno Schmidt, Hans Magnus Enzensberger und Katharina Greve aufgegriffen wurde. Im Zentrum der Totengespräche steht das literarische Spiel mit Zeit und Raum: Vielfältige Chronotopoi und komplexe Zeitstrukturen ermöglichen Unterhaltungen zwischen Personen, die zu verschiedenen Zeiten gelebt haben. Ihren satirischen Charakter gewinnen Totengespräche vor allem durch ihre Gegenwartsbezüge und die Zeitkritik, die sie transportieren. Deshalb wirkt gerade das Jenseitige in Totengesprächen ausgesprochen diesseitig und lebendig.
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