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Das Untersuchungsfeld der Korruption ist sowohl für moderne als auch für vormoderne Gesellschaften ein weites, wobei es bis zum heutigen Tag keine einheitliche Definition von (vormoderner) Korruption gibt. Die Autorin nähert sich dem facettenreichen Phänomen der Korruption an, indem sie Korruptionsdiskurse in geschlechtsspezifischer Perspektive für die Zeit des klassischen Athen untersucht. Eine lexikalische Analyse zeigt für das klassische Athen neben einer politischen und rechtlichen auch eine moralische Dimension von Korruption. Mit diesem Ansatz erfolgt die Untersuchung der bisher von der antiken Korruptionsforschung außer Acht gelassenen Themenfelder Ehebruch und Prostitution und die damit verbundene Frage, wie (moralische) Korruption innerhalb dieser in den zeitgenössischen Diskursen für die Geschlechter konstruiert wurde. Aus den Ergebnissen kann das Fazit gezogen werden, dass Diskurse über (moralische) Korruption im klassischen Athen nicht nur der Diffamierung einer Person in beispielsweise Gerichtsreden dienen konnten, sondern indirekt immer zugleich durch das Aufzeigen der Normabweichung die Norm bestätigen und folglich als Verstärker der athenischen (Sexual-)Moral fungieren.
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