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Durch seinen Vergleich des Phänomens Sprache mit einem lebendigen Organismus hat Wilhelm von Humboldt einen ebenso originellen wie diskussionswürdigen Beitrag zur wissenschaftlichen Analyse menschlicher Ausdrucksformen geleistet. In der Studie von Isabella Ferron wird die Entwicklungslinie dieser Metapher nachgezeichnet und vor dem philosophiegeschichtlichen Hintergrund erörtert. Anhand der Organismus-Metapher erarbeitet Wilhelm von Humboldt eine Definition, die eine Betrachtung der Sprache in ihrer Ganzheit ermöglicht. Die Frage nach dem Wesen wird dabei zu einer Frage nach dem Sinn der Sprache - stellen die Überlegungen sich doch als Synthese von philosophisch-transzendentaler Reflexion und sprach- lich-empirischer Forschung dar. Das Bild des lebendigen Organismus erscheint Humboldt am besten dafür geeignet, den besonderen Charakter der Sprache zu verdeutlichen. Er unternimmt den Versuch, Sprache im Zusammenhang mit dem Erkenntnisprozess in all ihren Facetten zu bestimmen. Im Dialog zweier Subjekte wird sie zum Ort des Universellen; sie ist das Mittel zur Erlangung der Wahrheit, ermöglicht die Ausprägung individueller Subjektivität und ist Ausdruck des menschlichen Geistes. Die kontingenten Sprachen sind lediglich unterschiedliche Manifestationen.
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